 |
 |
 |
     |
 |
 |
| |
|
Würfelspiele in der Antike |
| Das Würfelspiel,
eine der ältesten Spielformen, ist ein
einfaches, billiges Spiel, da wenig
Materialien notwendig sind. Würfel bestanden
früher aus Knochen, heute sind sie aus
Elfenbein, Holz oder Plastik. Auf allen
sechs Seiten des Würfels befinden sich
Vertiefungen (ihre Anzahl reicht von 1 bis
6). Gegenüber der 1 liegt die 6, der 2 liegt
die 5 gegenüber und der 3 die 4. Somit
ergibt sich die Summe zweier
gegenüberliegender Seiten immer 7. |
Würfelspiele
wurden hauptsächlich von Erwachsenen
gespielt, literarische oder bildliche
Zeugnisse spielender Kinder
fehlen fast ganz, da das Glücksspiel
speziell für die römische Antike, als
charakterschädigend, verwerflich und
unschicklich galt. Nur an den
Saturnalien(Fest, das mit Karneval
vergleichbar ist) war es gestattet, dem
leidenschaftlichen Spiel mit den Würfeln
nachzugehen. Trotz gesetzlicher Verbot und
Strafandrohungen hatte das Würfelspiel,
welches unter Zuhilfenahme von
Spielbrettern, Bechern und Würfeltürme
gespielt wurde, quer durch die sozialen
Schichten seinen festen Platz in der
Gesellschaft. |
| Die Würfel sahen
aus wie die uns heute bekannten. Man hatte
drei Würfel und einen Becher und dann wurden
die Zahlen untereinander geschrieben und
addiert. Der Spieler mit der höchsten
Punktzahl war der Sieger. |
| Von den Etruskern
übernahmen die Römer die sechsseitigen
Würfel und benutzten sie begeistert. Das
Würfelglück stand stellvertretend für die
Rolle des Schicksal im Leben des Menschen
(Caesar in Britannie n "Alea jacta est"
("Die Würfel sind gefallen")). Zum Würfeln
wurde oft auch ein Würfelturm benutzt, der
ein gezieltes werfen von Würfelzahlen
verhindern sollte.Uns sind einige Spiele der
Römer überliefert. Eine interessante
Sammlung bietet das Museumspädagogische
Zentrum München z.B. über die Prähistorische
Staatssammlung in der Nähedes englischen
Gartens, wo auch das Gladiatorenmosaik und
der Würfel zu sehen sind. Auch in Xanten
kann man römische Spiele spielen.
|
| Würfel kannte man
im alten Ägypten, im Orient und in Indien.
Die Griechen, die ihre Entstehung Palamedes
aus der Zeit der Belagerung von Troja
zuschrieben, waren leidenschaftliche
Würfler. Die Römer liebten sie ebenfalls,
Kaiser Claudius schrieb eine Abhandlung über
das Würfeln. Der Überlieferung nach sollen
die römischen Soldaten unter dem Kreuz um
das Gewand Jesu gewürfelt haben. Im
Mittelalter waren die Würfel in ganz Europa
sehr beliebt. Die
Wahrscheinlichkeitsrechnung begann mit dem
Studium des Würfelspiels und der Chancen für
Gewinn und Verlust. Es ist auch noch
interessant, daß das französische Wort
Hasard (Zufall) von dem arabischen Wort
Al-zahr stammt, was soviel wie Spielwürfel
bedeutet.Seit Urzeiten versucht der Mensch,
die Gesetze des Zufalls zu meistern. Das 3
000 Jahre alte hinduistische Werk
Mahabharata erzählt die Geschichte eines
fanatischen Würfelspielers, der, nachdem er
seinen gesamten Besitz verloren hatte, sich
selbst aufs Spiel setzte. |
Schon früh begann
der Kampf gegen das Glücksspiel. In
Griechenland, genauer in Sparta, wurde das
Würfelspiel verboten. Im Römischen Reich war
der Einsatz von Geld bei Würfelspielen
untersagt. 813 schloß das Mainzer Konzil
diejenigen von der Kommunion aus, die dem
Glücksspiel anhingen. Ludwig IX., der
Heilige, verbot 1254 sogar die Herstellung
von Würfeln. Doch die meisten Staaten
begriffen bald, daß es besser ist, das
Glücksspiel zu reglementieren und an ihm zu
verdienen. Die öffentliche sowie die in
geschlossenen Gesellschaften
gewohnheitsmäßig betriebene Veranstaltung
von Glücksspielen ohne behördliche
Erlaubnis wird in Deutschland mit
Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder
Geldstrafe bedroht; strafbar
(Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder
Geldstrafe) ist auch die Beteiligung hieran. |
| Nach dem
Jugendschutzgesetzt dürfen Kinder und
Jugendliche (unter 18 Jahren) Spielhallen
nicht betreten und an öffentlich
veranstalteten Glücksspielen nicht
teilnehmen. Verstöße gegen dieses Verbot
können zu Lasten der Veranstalter oder
Gewerbetreibender als Ordnungswidrigkeit
verfolgt werden. In einigen Orten sind
Spielbanken zugelassen. Der Fiskus ist in
Deutschland finanziell an Glücksspielen
durch die Glücksspielbesteuerung beteiligt:
1. durch die Rennwett- und Lotteriesteuer
(einschließlich Sportwettsteuer); 2. durch
die Konzessionsvergabe der Zahlenlotto und
Fußballtoto betreibenden Unternehmen; 3.
durch dieSpielbankabgabe. 1986 betrugen die
öffentlichen Einnahmen aus Spiel- und
Wettunternehmen 3,7 Milliarden DM. |
| |
| Brett- und
Würfelspiele der Inka |
Es gibt nur wenig
Informationen über die Brett- und
Würfelspiele der Inkas bewahrt. Leider
fehlen
Abbildungen. Emilia Romero veröffentlichte
im Jahr 1943, was sie diesen spanischen
Texten entnommen hatte. Doch sie konnte die
Spiele nicht erklären.Durch den Vergleich
mit Brett- und Würfelspielen anderer
Kulturen ist es allerdings möglich, die Form
der Spiele der Inka zu ermitteln. Die Inka
benutzten einen besonderen sechsseitigen
Würfel pyramidaler Form für reine
Glücksspiele und Wettlaufspiele. Es ist dies
das einzige Spiel, das von allen Chronisten
und in allen Lexika genannt wird,
wenn auch unter zwei verschiedenen Namen:
pichqa (Quechua: "fünf") und wayru.Es
überrascht nicht, in dieser von den Inka
beeinflußten Kultur den gleichen, hier kechu
(Mapuche "fünf") genannten,
pyramidenförmigen Würfel anzutreffen.
Kechukawe nannten die Mapuche zwei
verschiedene Spiele mit eben diesem Würfel:
eines, bei dem ein Würfel durch einen
aufgestellten Ring geworfen werden
mußte.Einige Anden-Völker spielten auch mit
Bohnen, die als Würfel benutzt wurden |
| |
| Würfelspiele in
Indien |
Würfelspiele waren
in Indien keine Glücksspiele, sondern
erforderten schnelle Auffassungsgabe und
Geschick. Es wurden Anfangs Kaurimuscheln
oder Nüsse des Vibhitakabaumes verwendet,
später stabförmige Würfel, die nur auf den
Langseiten die Zahlen 1 bis 4 trugen. Die
Würfel wurden in die Luft geworfen und wenn
der Spieler noch im Flug erkannte, das die
Würfel für ihn ungünstig fallen würden,
durfte er sie wieder auffangen und erneut
werfen.
Das reine Würfelspiel wurde zeremoniell
begangen und ging manchmal um allen Besitz
inklusive von Frau, Bruder und der eigenen
Person |
| |
|
|
|
| |
|
Donnerstag, 27. Dezember 2007 |
|
 |
 |
| |
|